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Enough is enough

Am Sonntag, den 26 Oktober fand in Koeln, unter dem Deckmantel der sogenannte Hooligans gegen Salafisten, die größte rechtsextreme Demonstration des letzten Jahrzehnts statt.

Es hat nicht viel gefehlt, und es hätte zu pogromartigen Ausschreitungen im Stile der frühen 90er kommen können – aber Angriffe auf Journalisten, dunkelhäutige Passanten, Anwohner in türkischen Fußballtrikots und ein entglastes asiatisches Restaurant sprechen Bände über die wahre Motivation vieler Teilnehmer.
Jetzt Tage danach wird in den Medien und in den Fußballforen , über falsche Polizeitaktiken, Versagen der Politik oder passive Gegendemonstranten spekuliert und die Schuld hin und her geschoben.
Es ist nicht die Aufgabe der Ultras abschließende und unfehlbare Analysen zu gesellschaftlichen Vorgängen zu treffen, und Ultras werden in absehbarer Zukunft auch nicht solche Aufmärsche verhindern können.
Trotzdem bleibt ein Gefühl der Scham beim Rückblick auf die Ereignisse in Koeln, denn unverkennbare Teile der Mentalität der Ultras, neben Vereinsliebe und Bekenntnis zum Hedonismus, sind auch soziale Verantwortung, politische Unabhängigkeit und Emanzipation und vor allem die Fürsorge für ALLE Mitglieder unserer Kurve.
Bei aller Organisation und Koordination der Mitglieder, z.B. bei Gesängen, Choreographien, und manchmal auch beim Erscheinungsbildes, ist die Individualität, Sicherheit und die freie Entfaltung des Einzelnen das höchste Ideal der Gruppe.
Ultras führen eine Kurve durch das Vorleben eines Stils, Charismas und dem Vertrauen das gewisse Ideale am Ende absolut unverletzlich sind.
Und gerade aus diesen Gründen ist es selbstverständlich das jegliche Form von Diskriminierung – sei sie rassistisch, nationalistisch, sexistisch, aus Gründen der sexuellen Orientierung oder eben religiös motiviert – abzulehnen ist. Dies bezieht sich ausdrücklich auch auf den Terror der selbsternannten Dschihadis des IS oder ähnlicher Organisationen.
Allerdings braucht es um dieses abzulehnen keinen machoistischen und nationalistischen Ersatz. Es schockiert um so mehr, dass aus dem Umfeld der eigenen Kurve so viele Teilnehmer an der rechtsextremen Machtdemonstration zu sehen waren, während auf der Gegenseite nur so wenige aus dem Fußballumfeld waren.
Vielleicht war es ein Fehler sich im Vorfeld nicht eindeutig dagegen zu positionieren, vielleicht hat man das Ausmaß der Entwicklung unterschätzt, vielleicht hat man auch durch die Vielzahl eigener Probleme dies allzu gerne ignoriert! Alles Fragen die jetzt und eindeutig nicht geklärt werden können. Aber Fehler muss man sich auch eingestehen können!
Derer sind einige gewesen, dieses und die letzten Jahre, aber gerade deswegen sollten Ultras auch motiviert sein die Sachen besser zu machen um wieder als Vorbild für eigenen Stil, Kreativität und Mentalität zu stehen für die Kurve, für den Verein, und vor allem die vielen unterschiedlichen Menschen die diesem anhängen.
Und dazu gehört ein eindeutiges Bekenntnis, welches an dieser Stelle wiederholt werden muss.
Jegliche Diskriminierung hat in unserer Kurve und in unserem Block nicht zu suchen.
HoGeSa oder ähnliche Organisation vertreten weder die Interessen der Kurve noch des Normalbürger, und am allerwenigsten die des Block42.
Jegliche Symbolik und Sympathie zu diesen rechten Rattenfängern, egal wie sie motiviert sei, hat in unserem Block nichts verloren.
Dies soll aber nur ein Auftakt für Selbstreflektion sein, um Fehlentwicklungen zu beheben, die tiefen Wunden in unserer Kurve zu heilen und uns stärker gegen solche menschenfeindlichen Ideologien machen. Ein Einheitsgefühl wieder herzustellen, welches allen Menschen gerecht wird.
Ultras sind alle Nationen und keine! Ultras sind alle Religionen und keine! Ultras sind Zusammenhalt und Ideale!

Ultras gegen Rechts!