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Offener Brief an den Vorstand von Fortuna Düsseldorf

Sehr geehrte Herren,

wie wir aktuellen Presseberichten entnehmen können, haben sich die 36 deutschen Proficlubs nach anhaltenden Protesten mit RB Leipzig solidarisch erklärt.

Zwar gibt es hierzu (noch) keine entsprechende Erklärung, dennoch möchten wir Sie vorsorglich daran erinnern, dass die Vereinsmitglieder im Rahmen der letzten Jahresmitgliederversammlung einem Antrag zugestimmt haben, der das Verhältnis des Vereins Fortuna Düsseldorf zu eben solchen Konstrukten, wie es RB Leipzig darstellt, regelt. Wörtlich hieß es in diesem, seinerzeit praktisch einstimmig von fast 1.000 anwesenden Vereinsmitgliedern beschlossenen Antrag: „Sie (Anmerkung: die Mitgliederversammlung) bittet daher, offizielle Kontakte zu solchen Vereinen auf das sportlich und organisatorisch Pflichtgemäße zu beschränken und ihnen jegliche Anerkennung zu versagen.“

Eine Solidarisierungserklärung mit RB Leipzig würde aus unserer Sicht und Sicht vieler Vereinsmitglieder den Beschluss der Mitgliederversammlung unterwandern! Ferner möchten wir auch darauf hinweisen, dass die Vorwürfe aus Leipzig in Teilen entweder nicht zu prüfen sind (Beispiel: angebliches Bewerfen von Reservespielern mit Urinbechern) oder aber nachweislich auf Unwahrheiten basieren, so wie die angebliche Erstürmung des Teamhotels der Leipziger durch Fans des Karlsruher SC, die sogar von der Polizei – in der Regel alles andere als ein Sprachrohr von Fußballfans – dementiert wurde. Dass DFL-Geschäftsführer Christian Seifert einen Vergleich zwischen protestierenden Fans und randalierenden Demonstranten bei der Eröffnung der EZB-Zentrale in Frankfurt zieht zeigt darüber hinaus, dass es im Grunde nur darum gehen soll, die ohne Zweifel berechtigten- und in den meisten Fällen kreativen und friedlichen Proteste gegen das Konstrukt RB Leipzig als Randale zu pauschalisieren.

Die Proteste wären im übrigen nicht notwendig, wenn DFB und DFL gemäß ihrer Statuten gehandelt- und RB Leipzig die Teilnahme am Ligabetrieb, spätestens aber die Aufnahme in die DFL und damit die Berechtigung zur Teilnahme am Spielbetrieb der zweiten Bundesliga, verweigert hätten.

Wir werden uns auch in Zukunft von keinem Verband vorschreiben lassen, welche Vereine oder Konstrukte wir goutieren und welche nicht. Marketinginstrumente wie RB Leipzig schaden dem Fußball auf allen Ebenen, daher werden wir die Anwesenheit dieses Konstruktes in der deutschen Fußballlandschaft auch künftig nicht akzeptieren.

Aus den genannten Gründen gehen wir fest davon aus, dass sich der Verein Fortuna Düsseldorf an einer etwaigen, offiziellen Solidarisierungserklärung mit RB Leipzig nicht beteiligen wird, wie dies auch bereits gestern vom Vorstandsvorsitzenden des 1. FC Kaiserslautern, Stefan Kuntz, klargestellt wurde.

Hochachtungsvoll,

Vorstand und Beirat des SCD 2003 e. V., Arbeitskreis Fanarbeit, Ultras Düsseldorf 2000, Block 160 im Namen zahlreicher weiterer Vereinsmitglieder und Fangruppen
faszination-fankurve.de